Indoeuropische sprachfamilie


14.01.2021 02:26
Sprachfamilien in Deutsch Schlerlexikon Lernhelfer
, hatten einige derselben Autoren auf die genetische Zusammensetzung aller Europer aus drei wesentlichen Bestandteilen hingewiesen: genetische Anteile von Jger-Sammler-Populationen und Frhbauern sowie eine dritte Komponente mit hnlichkeit zu Sibiriern und den ersten Indianern Amerikas. Es zeigt aber auch, dass Jger-Sammler nach und nach in buerliche Gemeinschaften integriert wurden, fgt Kurt Alt von der Universitt Basel und der Privatuniversitt Krems hinzu. Diese Bevlkerungsgruppe unterscheidet sich genetisch deutlich von den damals in Europa lebenden Jgern und Sammlern. Das spiegelt einen grundlegenden Fortschritt in der DNA-Forschung wider, der es mglich macht, gleichzeitig die Genome Duzender von Individuen zu testen, sagt Projektleiter David Reich von der Harvard Medical School, dem Broad Institute und dem Howard Hughes Medical Institute. Einzelne Sprachen innerhalb der Unterfamilien entwickelten sich dann vor etwa 4500 bis vor 2000 Jahren, also etwas das Deutsche innerhalb der Germanischen Sprachen. Untersuchungen zur Entwicklung einer Sprache gben wichtige Einblicke in die kulturelle Geschichte ihrer Sprecher. Derzufolge breiteten sich die Sprachen von Anatolien aus vor 95 Jahren zusammen mit der Landwirtschaft und einer buerlichen Lebensweise aus. Die Forscher, darunter auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts fr Menschheitsgeschichte in Jena, widersprechen damit teilweise den populrsten Thesen ber den Ursprung der indoeuropischen Sprachen, denen zufolge der Urahn dieser Sprachen mit den frhen Bauern vor mehr als 9000 Jahren aus dem Nahen Osten nach Europa kam. Ber die Hlfte der Proben stammen aus Sachsen-Anhalt, wo beim Bau von ICE-Trassen und Bundesstraen wertvolle Neufunde gemacht wurden, deren genetische Analyse auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell untersttzt wurde.

Sie sei aber nicht der einige Motor der Sprachentwicklung gewesen. Zur Klrung des Alters dieser beigabenlosen Bestattungen wurden 14C-Datierungen in Auftrag gegeben. Er beschreibt, was wir ber die Sprachfhigkeit der frhesten Menschen wissen, in welchen Stufen sich die komplexe Sprache des Homo sapiens entwickelte und wie die vergleichende Sprachforschung das Nostratische als lteste bekannte Sprachfamilie rekonstruiert hat. Wir haben eine neue Technik entwickelt, die es uns erlaubt, die Teile des Genoms zu isolieren, welche die meisten Informationen ber die Menschheitsgeschichte enthalten und haben nur diese Abschnitte sequenziert. Von dort breitete sie sich demnach mit halbnomadisch lebenden Viehhaltern der Kurgankultur vor 50 Jahren Richtung Europa und in den Nahen Osten aus.

Haak geht sogar noch weiter: Das Signal ist so stark, dass man fast von einer genetischen Datierung sprechen knnte, basierend auf dem Vorkommen von ein, zwei oder allen drei Komponenten. Verantwortlich dafr sei vor allem die Entstehung und Ausbreitung der Landwirtschaft gewesen. Wie kam Indoeuropisch nach Europa? Tatschlich fanden sich unter den Proben auch einige Ausreier, die bisher archologisch allein aufgrund ihrer Ausrichtung als lter eingestuft wurden, allerdings die dritte Komponente aufwiesen. Reich, Haak und ihre Kollegen sind trotz der monumentalen Aufgabe optimistisch, dass man sich der Lsung annhern wird. Das ist ein heikles Thema und muss mit Bedacht angegangen werden, warnt Mitautor Johannes Krause, Direktor des neuen Max-Planck-Instituts fr Menschheitsgeschichte in Jena. Fachleute nennen solche Wrter, die sich aus einem Ursprungswort entwickelt haben, Kognate. Der dritte Anteil war in jedem Individuum zu sehen, das jnger als 4500 Jahre war, und in keiner der lteren Proben aus Mitteleuropa. Um 60 Jahren vor heute sehen wir einen Wiederanstieg des Jger-Sammler-Anteils im Genom, sagt Co-Erstautor Iosif Lazaridis von der Harvard Medical School.

Wann und wie war jedoch unklar. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Schnurkeramiker, nicht nur genetisch eng mit den Hirten aus der Steppe verwandt sind, sondern mglicherweise auch eine hnliche Sprache hatten, sagt Lazaridis. Der liegt einer neuen Untersuchung zufolge in Anatolien in der heutigen Trkei. Die genetischen Daten besttigen dies jedoch nicht, sagt Erstautor Wolfgang Haak von der Universitt Adelaide. Die Wissenschaftler verfolgten nun mit Hilfe eines statistischen Verfahrens die Entwicklung der Kognate und damit die Evolution der Sprache ber die Zeit. Dazu gehren auch Deutsch, Englisch, Franzsisch, Italienisch, Griechisch, Iranisch und Russisch. Zusammenfassung, harald Haarmann legt mit diesem Buch erstmals in deutscher Sprache eine moderne Universalgeschichte der Sprachen vor. Die Studie beruht auf einer bisher einmaligen Datenbasis: Im Vergleich zu bislang vorliegenden Studien wurden mehr als doppelt so viele Genome prhistorischer Europer sequenziert. Ein Team unter Leitung der Harvard Medical School in Boston, USA, und des Australian Centre for Ancient DNA der Universitt Adelaide hat nun Hinweise auf massive Wanderungsbewegungen aus den eurasischen Steppengebieten vor circa 4500 Jahren entdeckt, die einen deutlichen Einfluss auf die Verbreitung. Zum Ursprung der indoeuropischen Sprachen diskutieren Fachleute vor allem zwei Hypothesen: Der Steppen-Hypothese zufolge entwickelte sich die Grundsprache nrdlich des kaspischen Meeres in der russischen Steppe.

Sie stellten eine Art Stammbaum auf und brachten die Angaben mit dem heutigen Verbreitungsgebiet der jeweiligen Sprache zusammen. Vor 40 Jahren spalteten sich die einzelnen Unterfamilien des Indogermanischen ab, also etwa die Stammsprachen des Keltischen, Germanischen oder Indoiranischen. Keramiken, aus dem Mittelmeerraum und dem mittel- und nordeuropischen Kontinent beruhen. Insgesamt wurden die Gene von ber 90 Individuen sequenziert, die zwischen 30 Jahren vor heute in Europa lebten. Bouckaert und Kollegen betrachteten nun anstelle des Erbgutes verschiedene Wrter aus 103 gegenwrtigen und vergangenen Sprachen, die einen gemeinsamen Ursprung besitzen, zum Beispiel das Wort Mutter. Die Jger-Sammler sind jedoch nicht komplett verschwunden. Bei einem genetischen Einschlag dieser Grenordnung drngt sich die Frage auf, ob diese Expansion auch einen Einfluss auf die Verbreitung von Sprachen hatte. Reich fgt hinzu: Unsere Ergebnisse stellen die Theorie der Sprachverbreitung im Zusammenhang mit der Einwanderung der ersten Bauern in Frage.

Dabei greift er auf neueste Erkenntnisse der Humangenetik, Archologie und Migrationsforschung zurck, die die historisch vergleichende Sprachwissenschaft in letzter Zeit in erstaunlichem Mae bereichert haben. Da smtliche Mittel- und Nordeuroper heutzutage einen hohen genetischen Anteil der damaligen Steppenbewohner in sich tragen, und zudem eine indoeuropische Sprache sprechen, ist zumindest ein deutlicher Beitrag der Steppe nicht ausschlieen, bemerkt Haak. Es war ein echtes Aha-Erlebnis, als wir die ersten Daten ansahen, schwrmt Lazaridis. Mrz 2015, fast drei Milliarden Menschen sprechen heute eine der 445 Sprachen, die der indoeuropischen Sprachfamilie zugerechnet werden. Archologisch wurden bisher zwei unterschiedliche Wanderungsrouten der Bauern beschrieben, welche im Wesentlichen auf Unterschieden im materiellen Fundgut,. Vor 4500 Jahren wanderten Menschen aus den eurasischen Steppengebieten nach Mitteleuropa ein und haben so mglicherweise zur Verbreitung der indoeuropischen Sprachfamilie beigetragen. Basierend auf einem direkten Vergleich mit Individuen der Yamnaya-Kultur, Viehhirten aus den eurasischen Steppengebieten, schtzen wir den genetischen Steppenanteil in den Schnurkeramikern aus Sachsen Anhalt auf betrchtliche 75 Prozent, sagt Lazaridis, und fgt hinzu, dass sich die Schnurkeramiker und die Yamnaya-Population.

Spanisch, Griechisch, Deutsch und Persisch - all diese und viele andere indoeuropische Sprachen haben einen gemeinsamen Ursprung. Ein Ausblick auf gegenwrtige Entwicklungen rundet den Band. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Erbgut herangezogen, um beispielsweise die Entwicklung einer Art zu verfolgen. Eine nach wie vor ungelste Frage ist die nach dem Ursprung der indoeuropischen Sprachfamilie. Wir haben diesbezglich schon einen Workshop im Oktober in Jena anberaumt, in welchem wir uns zusammen mit Experten aus allen drei Fachrichtungen diesen Fragen widmen wollen. Nur wer die Geschichte der Sprachen kennt, kann solche Prozesse verstehen und bewerten. Genomweite Daten von Frhbauern hatten gezeigt, dass dieser dritte Anteil zu dieser Zeit noch nicht in Europa vorhanden war und daher erst spter hinzugekommen sein musste.

Die indoeuropische Sprachfamilie ist die am weitesten verbreitete der Welt. Bei der Analyse der Datenstze kristallisierten sich zwei wesentliche Bevlkerungsumbrche heraus: Der erste Umbruch geht auf die Ausbreitung der frhen Bauern ber ganz Europa zurck. Die Proben fr die Studie wurden von einem internationalen Team unter mageblicher Beteiligung der Universitten Mainz, Basel und Tbingen, dem Landesamt fr Denkmalpflege und Archologie Sachsen-Anhalt mit Landesmuseum fr Vorgeschichte in Halle, sowie dem neuen Max-Planck Institut fr Menschheitsgeschichte in Jena zusammengestellt. Allerdings haben wir mit alter DNA endlich die zeitliche und genetische Auflsung, die uns hier weiterbringen kann. Zu ihr gehren unter anderem die romanischen Sprachen, zum Beispiel Franzsisch und Spanisch, sowie die germanischen Sprachen wie Englisch und Deutsch. Dies enge Verbindung konnte nun auch naturwissenschaftlich belegt werden, ergnzt Harald Meller, Direktor des Landesmuseums fr Vorgeschichte in Halle (Saale). Die Forscher um Remco Bouckaert von der University of Auckland (Auckland/Neuseeland) fanden in ihrer Studie jedoch eher Belege fr die Anatolien-Hypothese. Die fachbergreifende Interpretation von archologischen, linguistischen und genetischen Daten ist jedoch kontrovers.

Neue materialien